Kobe

Heute bin ich in Osaka angekommen, bisher meine größte Stadt in Japan und dementsprechend bin ich etwas angespannt. Bevor ich hier aber angekommen bin, verbrachte ich (leider nur) 4 Tage in Kobe; eine Stadt, in welche ich mich schock-verliebt habe. Wahrscheinlich wird dieser Beitrag deshalb sehr positiv und voller Schwärmereien für diese Stadt.

Stadt Nr.3: KOBE
Vom 16.02. bis zum 20.02. besuchte ich Kobe; der eigentliche Grund für meinen Besuch dort war ein Kommentar einer Freundin, welche doch meinte, dass Kobe die Jazz-Hauptstadt Japans ist. Ich als Musik-Fan und Kultur-Liebhaber schrieb Kobe deshalb auf die Liste; jedoch fand ich bei kurzen (zu kurzen) Recherchen sonst nichts weiter Interessantes über diese Stadt, welche im Schatten von Osaka liegt. Mit ca. 1,5 Mio. Einwohnern ist sie dennoch die siebt-größte Stadt Japans und von mir leider total unterschätzt.

Bereits bei meiner Ankunft in Kobe und während der Gespräche mit meinen liebenswürdigen Gastgebern hatte ich ein ungewohntes Gefühl, welches mir sagen wollte: „Warum bin ich nur so kurz hier?“.
Dieses Gefühl wurde immer weiter verstärkt als ich nach Himeji gefahren bin, um mir das größte Schloss Japans, das Himeji-Castle, anzugucken. Ich bin zwar überhaupt kein Schlösser- und Burgen-Fan, aber wenn man schon mal dort ist… Dennoch war es natürlich ziemlich beeindruckend (vor allem, weil man seine Schuhe ausziehen musste während man durchs Schloss ging). Danach schlenderte ich noch etwas durch Himeji und entdeckte einen wunderschönen Schrein, welcher voller beschrifteter Laternen geschmückt war (siehe Bild oben). Dies hat mir nochmal gezeigt, dass man die schönsten Dinge ohne Plan und Ziel findet.
Da ich aber noch Zeit und Lust hatte, etwas zu erleben, fuhr ich spontan mit dem Zug in die Innenstadt von Kobe, um mir den Hafen anzugucken (ein Nordlicht gehört einfach ans Meer). Als ich dort ankam, verschwand das Lächeln nicht mehr von meinen Lippen; mich hat eine Stadt noch nie zuvor so unverhofft glücklich gemacht.

Ich spazierte am Hafen entlang und wurde immer faszinierter; die Lichter, die Architektur, das Wasser, der Strom der Stadt, … Alles ließ in meinem Bauch die Schmetterlinge flattern.
Kobe ist nämlich eine sehr kulturell-vielfältige, und trotzdem hochmoderne Stadt; prägend waren die vielen Einwanderer, die Zerstörung durch Bomben im Zweiten Weltkrieg und das Erdbeben im Jahre 1995. Durch die zwei letzten Ereignisse wurde Kobe sehr modern wieder aufgebaut und ist mit vielen architektonisch-anspruchsvollen Gebäuden beschmückt.

Mein zweiter Tag in Kobe war mein Kultur-Kunst-Musik Tag; endlich wieder Ästhetik!
Ich besuchte zunächst das“Yokoo Tadanori Museum of Contemporary Art“, welches mich zur „Harada Mori Gallery“ brachte (eine Galerie, welche übrigens kostenlos ist; so wie Kunst auch sein sollte). Danach beschloss ich noch spontan zum „Hyogo Prefectural Museum of Art“ zu gehen, da es dort eine Sonderausstellung zu Vincent van Gogh gab (der allerbeste Künstler überhaupt). Ich könnte an dieser Stelle noch viel genauer über die Ausstellungen und Kunstwerke erzählen, aber ich bezweifle, dass dies so viele interessiert…
Trotz drei großer Museen voller Kunst war ich kaum erschöpft, sondern eher erfüllt, weil ich die Kunst so vermisse. Und das beste kam erst noch: ich ging in eine der besten Jazz-Bars Kobes (vielleicht sogar ganz Japans) und habe noch nie so eindrucksvollen Jazz gehört (ich hab auch noch nie so einen teuren und fancy Ginger Ale getrunken). Fasziniert von der Musik schlenderte ich durch Kobe und durch dessen Chinatown, summte Lieder und tänzelte verspielt vor mich hin (bis ich mich an nem fetten Metall-Bolzen gestoßen habe). Die Freude und meine Verträumtheit folgte aus meiner Verliebtheit zu dieser Stadt.

Jazz-Bar
Golden tones dance between those drinks; they enchant the ears around them.
Golden tones float through my heart; they sparkle through my veins.
Golden tones turn to silver; but their worth could never challenge yours.

Kobe, 19.02.2020

Ich bin mir nicht sicher, ob eine andere Stadt diese Gefühle toppen kann (alle erzählten mir bisher, dass Kyoto wunderschön sein soll), aber wie man mich kennt, fühle ich mich kaum von Sachen angezogen, die die große Masse mag. Ich bevorzuge kleine Rohdiamanten, welche zu wenig Aufmerksamkeit und zu wenig Wertschätzung erfahren; deshalb liebe ich Kobe und egal, was noch kommt, ich muss zurück zu dieser Stadt; ich habe noch nicht alles gesehen und lasse mich gerne noch weitere Male in der Fülle jener Kulturvielfalt fallen.

Ich hätte nie gedacht, dass mich ein spontan-aufgeschriebener Städtetrip so fesselt und hoffe, dass ich den noch kommenden Städten etwas wertfreier begegne… Hallo, Osaka!

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