Rückkehr

Früher als erwartet werde ich nun meinen letzten Eintrag schreiben. Somit endet das Abenteuer und die Reise, leider so unverhofft früh. Am Montag kam ich nach Stunden im Flugzeug wieder in Deutschland an und bin seitdem geplagt von „Heimatlosigkeit“.
Durch die aktuelle Lage konnte ich nicht anders als so früh wie möglich nach Hause zu fliegen. Sogar die deutsche Botschaft in Tokyo hat kürzlich gewarnt, dass alle deutschen Touristen so schnell wie möglich nach Deutschland müssen, da sie sonst nicht mehr herauskommen. Dies bestätigt mich, dass dies die richtige Entscheidung war, auch wenn das heißt, dass ich den Traum „Japan“ nicht so zu Ende bringen konnte wie ich gewollt hätte und dieser Traum unkontrolliert und fremdbestimmt irgendwo zerplatzt ist.

Doch wie fühlt es sich jetzt an, nach ca. 5 Monaten wieder in der Heimat zu sein? Es ist eine ganz eigene Art von Seltsamkeit und eine Mischung aus Vertrautheit und Fremde. Man kann es gar nicht begreifen und ist irgendwo zwischen Vergangenheit und Zukunft gefangen. Vor allem durch die „Ausgangssperre“ und der daraus folgenden Isolation kann man auch kaum etwas machen, um „mental“ anzukommen: keine Treffen mit alten Freunden, keine ausgelassenen Abende in der Lieblingskneipe, kein Sonnenbaden auf der menschengefluteten Wiese, …
Es bleibt das Selbst und das Sein, das Verarbeiten und Frieden finden mit der Situation und das Abschließen der Reise, und das braucht Zeit (Zeit hat ja gerade sowieso jeder genug).

So lebe ich in den Tag hinein, mental noch in Japan doch physisch schon in Deutschland; alles wirkt bekannt und doch nicht real. Man wird irgendwohin zurückgeworfen und muss jetzt erstmal wieder von vorne anfangen. Und dies versuche ich nun; mit all den Erlebnissen und Schätzen, welche ich in Japan gesammelt habe und hoffe, dass sie mir nicht irgendwie verloren gehen.
さようなら日本 (Sayounara Nihon = Auf Wiedersehen Japan)…

Fushimi-Inari Taisha

Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle eine Website wie diese mit WordPress.com
Jetzt starten